Die Musikkapelle Tristach

Unsere geschichtlichen Meilensteine

^
1812

Gegründet

Erste urkundliche Erwähnung der Musikkapelle Tristach

1897 Die warscheinlich älteste Aufnahme der Musikkapelle Tristach
^
1815

Pfarrer Drescher

Pfarrer Althuber wurde als Dekan nach Lienz berufen und übergab Pfarre und auch die Musikkapelle an Pfarrer Drescher aus Nussdorf, der sogar selbst in der Kapelle mitspielte. Unter ihm erlebte die Musikkapelle einen für die damalige Zeit sehr beachtlichen Aufschwung und spielte, so wird um 1820 berichtet, an hohen Festtagen auf dem Kirchenchor, da zu dieser Zeit noch keine Orgel vorhanden war.

Aus weiteren Aufzeichnungen ist zu entnehmen, dass die Musikkapelle später von Oswald Kröll, Jakob Mitterhofer und von Josef Oberrader aus Amlach weitergeführt wurde.

^
1878, 1885, 1890, 1900

Kaiserlinde zum Jubiläum

Kpm. Lorenz Oberhuber

Kpm. Thomas Grissmann

Einen glanzvollen Höhepunkt erlebte die Musikkapelle unter Kapellmeister Lorenz Oberhuber – im allgemeinen „s’Lenzl“ genannt – um das Jahr 1890. Aufgrund ihrer großartigen Leistungen talbodenbekannt und geschätzt, wurde die Kapelle immer wieder auch über die Gemeindegrenzen hinaus zur musikalischen Gestaltung von Feierlichkeiten eingeladen. Aus Aufzeichnungen geht hervor, dass die Musikkapelle Tristach bereits 1868 die Einweihung des Schießstandes am Schloßberg in Lienz mit ihren Klängen untermalte.

Zum Gedenken des 30-jährigen Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Josef wurde von der Musikkapelle im Jahr 1878 am Dorfplatz (Tratte) ein Lindenbaum gesetzt.

Ebenso im Jahre 1878, so steht es in der Chronik, ››verschönerten sie die Einweihung der Linderhütte auf dem Spitzkofelgrat und schmetterten ihre Klänge dort oben hinaus in die freie Gottesluft was das Zeug hergabe‹‹.

Zum allgemeinen Bedauern verließ Lorenz Oberhuber 1884 seine Heimatgemeinde und übersiedelte nach Gastein.

Den Taktstock übernahm nun Thomas Grissmann. Er leitete die Kapelle bis zu seinem Tod im Jahr 1900.

1885 als das Kaiserpaar Franz Joseph und Elisabeth über Lienz nach Innsbruck reiste, war auch die Musikkapelle Tristach beim Aufgebot in Lienz mit dabei.

^
1900-1911

Kpm. Josef Oberhuber

Von 1900 bis zum Herbst 1911 führte
Josef Oberhuber – „Veidler Seppele“ genannt – die Kapelle mit viel Talent und Fleiß. Die Beliebtheit und Bekanntheit der Tristacher Musikkapelle zur damaligen Zeit, lässt sich daran erkennen, dass sie in ganz Osttirol zu Feierlichkeiten eingeladen wurde. Wie z. B. im Jahre 1900 zur Fahnenweihe in Sillian, was damals keine alltägliche Reise war.

^
1912-1920

Johann Oberhuber

100-Jahr-Feier

Josef’s Bruder Johann Oberhuber übernahm im Jubeljahr 1912 die Musikkapelle und leitete diese als Kapellmeister über 20 Jahre hindurch bis 1932. Zur Hundert-Jahrfeier soll die Gastkapelle Abfaltersbach zu Fuß anmarschiert sein! In seiner Amtsperiode hatte er aber auch mit den Schwierigkeiten der Kriegsjahre zu kämpfen (8 Musikanten fielen im I. Weltkrieg).

^
1925

neue Tracht

Am 28. Juni 1925 durfte die Musikkapelle beim 100-jährigen Jubiläumsfest in Abfaltersbach voll Stolz ihre neue Tracht präsentieren.

^
1932-1937

Kpm. Marcell Lukasser

Ab 1932 stand Marcell Lukasser mit viel Idealismus und Fleiss bis zum Jahre 1938 am Dirigentenpult. Schon zu dieser Zeit war die Musikkapelle vermehrt Veranstalter von Bällen, Abendkonzerten und Tanzunterhaltungen. Die Konzerte am Tristacher See, in Bad Jungbrunn sowie der Musikerball im „Gasthof Dolomitenheim“ (heute Dolomitenhof) wurden zu Klassikern im Jahresprogramm und waren sehr beliebt bei der heimischen Bevölkerung.

^
1938-1947

Kpm. Johann Bachmann

Johann Bachmann stand in den schwierigen Jahren von 1938 bis 1947 als Kapellmeister an der Spitze der Musikkapelle. In der Chronik wird ihm besondere Anerkennung geschenkt, da er sein Amt während der schwierigen Kriegsjahre und trotz des Mangels an Musikanten (13 gefallene Kameraden) vorbildlich meisterte. Zusätzlich hatte er auch bürokratische Hürden zu meistern, da die Kapelle nicht beim „zuständigen Stillhaltekommissär der NSDAP“ gemeldet wurde. Letztendlich musste er die Pflichtsatzungen (welche zB das Spielen von deutschen Liedern verlangte) anerkennen und unterschreiben … gespielt wurden jedoch weiterhin die traditionellen Tiroler Märsche. Besonderes Augenmerk legte Bachmann auch auf die Ausbildung von neuen Jungmusikanten, welche zum Teil von ihm selbst unterrichtet wurden. Seinem Ehrgeiz und Idealismus ist es zu verdanken, dass die Musikkapelle Tristach trotz dieser Schwierigkeiten der Kriegsjahre als eine von wenigen Osttiroler Kapellen während der gesamten Kriegszeit hindurch bestand und spielfähig blieb.

^
ab 1948

Kpm. Alois Linder

erste größere Ausflüge

1. Obmann – Franz Klocker

Im Jahre 1947 übernahm Alois Linder die Musikkapelle Tristach und brachte sie in den kommenden Jahren dank seiner ausgeprägten musikalischen Kenntnisse und seines Fleißes auf ein beachtliches Niveau. In dieser Zeit wuchs die Anzahl der Mitglieder und auch das Probenausmaß an, sowie die Anzahl von kirchlichen und weltlichen Ausrückungen vermehrte sich.

Erste größere Ausrückungsfahrten begannen (1948 Musikfest in Schwaz, 1954 Bauernbundjubiläum in Innsbruck, 1959 Aufmarsch zum 150-jährigen Gedenken an Andreas Hofer in Innsbruck u.a.m.). In diesen Jahren wird auch zum ersten Mal das Amt des Obmannes erwähnt, welches von Franz Klocker (Schuhmachermeister) bekleidet wurde.

^
1953, 1955

140-Jahr-Feier

Oktoberfest

1953 wurde im „Kahler Anger“ in beeindruckender Manier das 140-jährige Bestandsjubiläum gefeiert – mit Bergfeuern über der Seewand, Leuchtraketen, Böllerschüssen, einer Feldmesse und dem Aufmarsch von 15 Osttiroler Musikkapellen.
›› … Volksbelustigungen gab es zur Genüge sowie Getränke mit und ohne Geist. ‹‹. Wurde früher in der Veidler Stuben geprobt (mit zum Teil 40 Musikanten) so konnte 1953 auch das erste Probelokal im Gemeindehaus bezogen werden.

Ein besonders Erlebnis war 1955 ein Ausflug über die Großglockner Hochalpenstraße zum Oktoberfest nach München.

^
1959

neue Instrumente – neue Stimmung

1959 erhielt die Kapelle neue Instrumente mit Normalstimmung (B- statt C-Stimmung). Diese wurden größtenteils durch Spenden finanziert und eine Weihe während einer Messe – in der sämtliche Instrumente vor dem Seitenaltar aufgelegt waren – verdeutlicht die hohe Wertschätzung der Blasmusik als Kulturgut und Dorfjuwel.

^
1962

Partnerkapelle Weiz zu Besuch bei 150-Jahr-Feier

1962 begann mit dem Besuch der Elin Stadtkapelle Weiz (damals Elin Werkskapelle) zum 150-Jahr-Jubiläum die bis heute andauernde Partnerschaft. Zu diesem Fest wird berichtet, dass sich das ganze Dorf im Festtagsschmuck zeigte.

^
1965

Kpm. Alois Wendlinger

Nach 18 Jahren an der Spitze der Musikkapelle übergab Alois Linder das Amt des Kapellmeisters an Alois Wendlinger. 1966 durfte er sich gleich über neue Trachten freuen. Inzwischen hat sich die Musikkapelle Tristach als Kapelle der Schattseite herauskristallisiert, die auch ihre Nachbargemeinden Amlach und Lavant durchs ganze Jahr hindurch musikalisch mitbetreut. Wendlingers ehrgeizige Führung wurde durch erfolgreiche Teilnahmen an Marsch- und Konzertwertungsspielen bekundet. Unvergesslich für die damaligen Musikanten war die 10-tägige Konzertreise nach Norddeutschland im Oktober 1970, die von einem begeisterten Sommergast organisiert wurde, jedoch beinahe in einem Desaster endette. Die Schützengilde Breloh erwies sich damals als äußerst hilfsbereiter und gastfreundlicher Verein und so enstand eine Freundschaft, die über viele Jahrzehnte hindurch währte und viele schöne und gesellige Stunden bei Besuchen und Gegenbesuchen mit sich brachte.

^
1972

160-Jahr-Feier

1972 wurde das 160-jährige Bestandsfest im großen Rahmen gefeiert. Mit dabei waren alle 14 Kapellen des Musikbezirkes Lienzer Talboden.

^
1976, 1980

Obm. Franz Unterluggauer

Empfang Fang-Expedition in München

Bei den Neuwahlen im Jahr 1976 ging Franz Unterluggauer als neuer Obmann hervor, der aufgrund seines Einsatzes und der Liebe zur Musik die Kapelle prägte und selbst zu einem Idol und einer herausragenden Persönlichkeit für die MusikanntenInnen wurde. Seiner Freundschaft zu Mitgliedern der Alpenraute Lienz ist es auch zu verdanken, dass die Musikkapelle im Mai 1980 am Flughafen München die erfolgreiche österreich-deutsche Fang-Expedition musikalisch empfing. Daraus entstand auch eine ganz spezielle Freundschaft mit Aribert Schübel, der sich als großer Freund der Blasmusik und Gönner der Musikkapelle Tristach bekannte. 1995 wurde ihm dafür die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

^
1982, 1984, 1986

170-Jahr-Feier

Bundesmusikfest Wien

Landesmusikfest Götzis

Kpm. Johann Klocker

1982 – beim 170-jährigen Jubiläumsfest wurde zum zweiten Mal das Bezirksmusikfest des Lienzer Talbodens in Tristach abgehalten und das ganze Dorf in eine Klangwolke gehüllt. Im selben Jahr war die Musikkapelle auch offizieller Vertreter des Landes Tirol beim Bundesmusikfest in Wien sowie 1984 beim Landesmusikfest von Vorarlberg in Götzis.

Zu Beginn des Jahres 1987 gab es nach einer 20-jährigen, erfolgreichen Kapellmeister-Ära wieder eine Übergabe des Taktstockes. Neo-Kapellmeister Johann Klocker musste schon im selben Jahr sein Können beim 175-Jahr-Jubiläum unter Beweis stellen. 1992 wurde Alois Wendlinger für seine Verdienste um die Kapelle zum Ehrenkapellmeister ernannt.

^
1993, 1995, 1996/97

Obm. Franz Brunner

Ehrenobmann Franz Unterluggauer

neues Probelokal im Gemeindezentrum

Ari Schübel

London Konzertreise

1993 übergab Obmann Franz Unterluggauer die Vereinsführung an Franz Brunner, der bis 1999 dieses Amt ausübte. 1994 wurde Franz Unterluggauer zu seinem 70. Geburtstag eine Urkunde, die ihn als Ehrenobmann auszeichnet, verliehen.

Während der Obmannschaft Franz Brunners erfolgte der Neubau des Gemeindezentrums, wo die Musikkapelle im Jahre 1995 in ein neues Probelokal einziehen konnte.

Den 1997 errichteten Musikpavillon widmete die Kapelle Ihrem Freund Ari Schübel.

Die bisher weiteste Konzertreise fand zum Jahreswechsel 1996/97 nach London statt. Die Neujahrsparade mit über 7000 Mitwirkenden bei rund einer Million Zusehern war jedoch auch für die abgehärteten Tristacher eine besondere Herausforderung – erlebte London an diesem Tag den kältesten Jahresbeginn seit mehr als 20 Jahren. Unvergesslich sicher auch der von der Musikkapelle Tristach gespielte Radetzky-Marsch vor einem begeisterten Riesenpublikum in der Royal Albert Hall.

^
1999

Obm. Stefan Klocker

1999 übergab Franz Brunner das Amt des Obmannes an Stefan Klocker, der bis heute diese Funktion in vorbildlicher Weise und mit viel Engagement ausführt.

^
2002, 2003

190-Jahr-Feier

Ehrenring der Musikkapelle Tristach

2002 wurde das 190-jährige Bestandsjubiläum bei einem großen 3-Tages-Fest mit musikalischen Leckerbissen gefeiert. Im kleinen Saal des Gemeindezentrums fand auch erstmals eine Ausstellung zur Geschichte der Musikkapelle Tristach statt.

2003 wurde zum ersten Mal ein „Ehrenring der Musikkapelle Tristach“ an Franz Brunner und Andreas Einhauer sen. vergeben. Die Musikkapelle ehrt damit Mitglieder, die eine 50-jährige aktive Mitgliedschaft bei der Musikkapelle Tristach aufweisen. Weitere Ehrenringträger sind Franz Unterluggauer und Gottfried Zoier.

^
2012

200-Jahr-Jubiläumsfest

Im Juni 2012 feierte die Musikkapelle Tristach mit einem fulminaten 3-Tages-Fest ihren runden Geburtstag. Ein Wochenende mit musikalischen Hörgenüssen, ein Zeltfest mit gemütlicher Stimmung und am Sonntag mit dem Bezirksmusifest einen eindrucksvollen Festakt mit Defillierung und Marschmusik aller teilnehmenden Kapellen durch das Dorf.

Dazu wurden verdient Mitglieder der Kapelle geehrt, auf den Festwagen saßen Altmusikanten und die Polit-Prominenz staunte über das “herausgeputzte Dorf” und was die Tristacher so auf die Beine zu stellen vermochten.

Ebenso zum 200er, wurde der Musikkapelle eine eigene Musik-Fahne spendiert –  Fahnenpatin ist Daniela Einhauer.